Franz Hautzinger
Komponist und Interpret zeitgenössischer und improvisierter Musik.
Geboren 1963. Studierte Trompete und Komposition an der Hochschule
für Musik und darstellende Kunst in Graz und am Konservatorium der
Stadt Wien.
Seit 1989 Lehrauftrag für Ensembleleitung, Komposition und
Arrangement an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in
Wien. Als (Gast-)Solist zahlreicher Ensembles, Kooperationspartner
international renommierter Künstler (u. a. Elliott Sharp, Gil
Evans, Sainkho Namtchylak, John Cale, Yoshihide Ohotomo, Butch Morris,
Phill Niblock, ensemble Zeitkratzer,Klaus Öhring, Olga neuwirth,
klangforum wien, Lou Reed, Derek Bailey, the Temptations. John Tilbury,
Tony Oxley, Joachim Kühn) und als Leiter eigener Projekte ("Franz
Hautzinger Speakers Corner", "Dachte Musik", "Regenorchester", Gomberg)
ist er eine der profiliertesten österreichischen
Musikerpersönlichkeiten. Veröffentlichung des Buches
"Gomberg", graphische Partituren. Österreichisches
Staatsstipendium 2001. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien.
Kinderprojekte, Performance, Theater und kunstprojekte. www.gomberg.at
Als eigenständige Instrumentalstimme im zeitgenössischen Jazz
sozialisiert, hat sich Franz Hautzinger in den letzten Jahren als
Improvisator, Komponist und Konzeptualist verstärkt einer von der
Neuen Musik inspirierten und von Jazzidiomatik weitgehend emanzipierten
Klangsprache zugewandt. Eine explizite, weit ausholende
Linearität, die Elemente des Modal (Miles Davis) und des Free Jazz
(Bill Dixon) verarbeitet, tritt dabei zugunsten eines konsequent
klangbetonten Auslotens von Handlungs- und Ereignisräumen
zunehmend in den Hintergrund. Bei aller äußeren Reduktion
auf aphoristische Kürzel und lakonische Gesten (flüchtig
hingehauchte Melodiepartikel, in die Stille implodierende
Einzeltöne, elaborierte Mikrosounds oder der pointierte Einsatz
von Vierteltonintervallik) ist Hautzingers Musik stets von einer
engmaschigen, assoziationsreichen Textur, die sich eher über
Parameter wie Dichte, Volumen und Farbe als durch distinktive
Tonhöhen und -dauern mitteilt. Seine radikal subjektiven Arbeiten
- von der Soloperformance, die auch Außermusikalisches wie
Privatheit und Intimität thematisiert, bis zu variabel besetzten
Ensemblewerken - sind häufig durch flexible Rahmennotationen oder
graphische Strukturplane prästabilisiert und verlieren auch dann
nichts von ihrer Präzision, Transparenz und spröden
Schönheit, wenn sie gänzlich der Intuition des Augenblicks
("realtime-composing") überantwortet sind.
(Klaus Peham)
„Eine Platte für die Zeit dazwischen. Minimalistische Akupunktur
für durch den täglichen Akustikschrott aus Radio und Umwelt
zugedröhnte Ohren. Hochgradig empfehlenswert“.
(Wiener Zeitung)
„Hautzinger strebt in seiner Musik nach Substanziellem und einer
Durchhörbarkeit durch Reduktion. Eine Reduktion durch
Konzentration auf die innere Kraft der Klänge."
(Jazzlive)
„Eine echte Bereicherung für die europäische
Improvisationsszene.“
(Jazzpodium)
„Schöne Welt der schrägen Geräusche und der spleenigen
Tonverrenkungen.“
(Der Standard)